Europa-Union Deutschland Vors.: Günter Tesmer
Kreisverband Unna Wehrenboldstraße
33 44534 Lünen Tel.: 02306-5 31
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A
N T R A G
an
den Bundeskongress der Europa-Union Deutschland
über
den Landesvorstand NW der Europa-Union Deutschland
Der
Bundeskongress möge beschließen:
Die Europa-Union setzt sich dafür ein, dass bis zum Jahre 2010 die Voraussetzungen geschaffen sind, dass sich langfristig eine gemeinsame europäische Amts- und Verkehrssprache neben den nationalen Sprachen im Raum der Europäischen Union bildet.
Begründung:
Die
Europäische Union hat es in den vergangenen 50 Jahren erfolgreich verstanden,
die Länder Europas einander näher zubringen.
Bei dem Ziel, die Menschen einander näher zu bringen, ist sie allerdings nicht so weit vorangekommen.
Ein
wesentliches Hemmnis für die Annäherung der Menschen verschiedener Staaten und
Völker sind die unterschiedlichen Sprachen in der Europäischen Union.
Die
Europa-Union ist nicht der Meinung, dass eine europäische Sprache die
bisherigen Sprachen und Mundarten ersetzen sollte. Vielmehr gehören diese zur
kulturellen Vielfalt der Länder und Regionen in der EU und sollten - auch von
Seiten der EU - gefördert und gepflegt werden.
Es
ist auch anerkennenswert, dass die Europäische Union und ihre Vorläufergemeinschaften
eine sprachliche Gleichberechtigung der Mitgliedsstaaten geschaffen haben, so
dass sich jeder Bürger der EU Dokumente der EU in seiner Landessprache erhalten
kann, jeder Abgeordnete in seiner Sprache reden kann.
Andererseits
ist festzustellen, dass diese sprachliche Vielfalt in den Institutionen der EU
enorme Reibungsverluste und Kosten verursacht. Ein Heer von Übersetzern und
Simultandolmetschern ist ständig bemüht, alle Dokumente, Verlautbarungen und
Reden, die in einer der Institutionen der EU herausgegeben oder gehalten
werden, in alle 12 Sprachen zu übersetzen. Mit der geplanten Erweiterung der EU
werden neue Sprachen hinzukommen.
Aber
auch außerhalb der Institutionen ist festzustellen, dass die Kontakte zwischen
Bürgern verschiedener Länder der EU oftmals an sprachlichen Schwierigkeiten
scheitern.
Dies
gilt auch für Begegnungen im Rahmen der Städtepartnerschaften: ohne Kenntnis
der Sprache des anderen sind echte Kontakte und Freundschaften kaum möglich.
Nicht
zuletzt hat die Sprachenvielfalt auch wirtschaftliche Auswirkungen, da für
Verhandlungen mit Geschäftspartnern im Ausland in der Regel ebenfalls
Dolmetscher hinzugezogen werden müssen, oder Schriftstücke übersetzt werden
müssen.
Die
Europa-Union Deutschland hat bereits in
der „Charta der Europäischen Identität“ die Notwendigkeit festgestellt, dass
sich die Unionsbürger verständigen können.
Auf
Dauer kann dies nur dann effektiv gewährleistet werden, wenn es eine Sprache
gibt, die in der gesamten Europäischen Union neben der eigenen Sprache gelernt
und gesprochen wird.
Diese
eine Sprache sollte in allen Ländern der EU bereits im Vorschulalter gelernt
werden.
Dies
ist durch verbindliche rechtliche Regelungen sicherzustellen.
Diese
einheitliche Sprache soll dann auch einzige Amtssprache der Institutionen der
EU sein.
Das
bedeutet, dass verbindliche Texte - Verordnungen, Richtlinien, Entscheidungen
usw. - nur noch in dieser Sprache Geltung haben, und dass in den Institutionen
diese Sprache auch die Verkehrs- und Umgangssprache sein soll.
Bei
der Auswahl, welche Sprache gemeinsame europäische Sprache werden soll, ist
einerseits zu berücksichtigen, wie weit verbreitet diese Sprache bereits in der
EU ist, als Muttersprache oder als oft gelernte Fremdsprache. Ebenso soll
berücksichtigt werden, ob diese Sprache für die meisten Europäer gut zu
erlernen sein wird.
Nicht
zuletzt soll aber auch Rücksicht darauf genommen werden, dass die europäische
Sprache auch geeignet sein soll, auch außerhalb der EU als Kommunikationsmittel
zu dienen.
Denn
Europa steht nicht allein da in der Welt.
Der
rechtliche Rahmen für eine gemeinsame Sprache müsste bis zum Jahre 2010 zu
schaffen sein. Die endgültige Einführung der gemeinsamen Sprache als
Amtssprache kann sicherlich eine längere Zeit in Anspruch nehmen.
Andererseits macht der Zeitplan der Erweiterung der EU u.U. eine schnellere Einführung einer gemeinsamen Sprache notwendig